09.02.2010
"Die Eltern stehen dahinter"
Pilotschulen sind gut nachgefragt.
Es ist still geworden um die Gemeinschaftsschulen: Während sich die
öffentliche Diskussion um die Einführung der neuen Sekundarschule
rankte, gerieten sie etwas in den Hintergrund. Zwei Jahre nach dem
Start der Pilotphase ziehen Schulbehörde und Rektoren eine überwiegend
positive Zwischenbilanz.
„Die meisten Gemeinschaftsschulen sind übernachgefragt“, heißt es aus
den Bezirken. So konnte die Sophie-Brahe- Schule in Plänterwald vier
siebte Klassen aufmachen. Auch der Anteil der gymnasialempfohlenen
Kinder sei gestiegen, berichtet Schulleiterin Andrea Brunn. Als Grund
gäben die Eltern an, dass sie für ihre Kinder lieber den entspannteren
13-jährigen Weg zum Abitur wünschten.
Auch die Spandauer B.-Traven-Schule bereut die Teilnahme an der
Pilotphase nicht: Es gebe bisher „nur gute Resonanz“, freut sich Rektor
Harald Kuhn: „Die Eltern stehen dahinter“. Zudem seien die Kollegen
zufrieden mit den „gut organisierten Fortbildungen“. Dabei geht es vor
allem darum, dass die Schüler nicht mehr nach Leistung aufgeteilt
werden: Schnelle und langsame Lerner sind in allen Fächern zusammen.
Das didaktische Rüstzeug dafür eignen sich die Lehrer nach und nach an.
Auch die Charlottenburger Friedensburg-Gesamtschule wollte gern
Gemeinschaftsschule werden, bekam aber keinen Zuschlag. Deshalb hat sie
die entsprechenden Reformen ohne Unterstützung vollzogen und verzichtet
auf die Aufteilung der Schüler nach Leistung. „Letztlich ist eben nicht
der Schultyp entscheidend, sondern die Schule“, schlussfolgert Rektor
Paul Schuknecht. sve
Anmeldungen für die Gemeinschaftsschulen noch bis 17. 2., für die übrigen Oberschulen ab Klasse 7 vom 1. bis 12. 3.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.02.2010)