10.02.2009
Schulreform ist wichtiger Schritt zu längerem gemeinsamen Lernen
Der bildungspolitische Sprecher Steffen Zillich erklärt:
Der rot-rote Senat hat sich heute zum Ziel einer integrativen Schule
bekannt, die dem Selbstverständnis und dem Ziel der Berliner
Gemeinschaftsschule entspricht. Dies unterstreicht die geplante
Fortführung und Ausweitung der „Pilotphase Gemeinschaftsschule“, deren
Ergebnisse der Weiterentwicklung der Berliner Schule dienen sollen. Die
Fraktion DIE LINKE begrüßt die aktuellen Vorschläge des Senats zur
Schulreform als wichtigen Schritt gegen soziale Ausgrenzung und für
bessere Leistungen in der Berliner Schule. Das damit verbundene Ende der
Hauptschule ist überfällig und eröffnet die Chance, mehr Schülerinnen
und Schüler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zum Abitur zu führen.
Eine weitere wichtige Voraussetzung dafür, dass die geplanten
Veränderungen nicht in der bildungspolitische Sackgasse der
Zweigliedrigkeit enden, ist die Gleichwertigkeit der neuen Schulform
gegenüber dem Gymnasium. Dazu wird das Gymnasium sich verändern. Das
beinhaltet die Überwindung des „Sitzenbleibens“, die Abschaffung des
Probehalbjahres, der „Abschulung“ und der Bildungsgangempfehlung sowie
die Neuregelung des Zugangs zum Gymnasium. Hier kann nach Auffassung der
Linksfraktion z.B. mit einer Sozialquote ein Beitrag zur Steigerung zur
Entkoppelung des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft geleistet
werden.
Der Senatsvorschlag trifft derzeit keine belastbaren Aussagen über die
Finanzierung der Schulreform. In der Vergangenheit haben sinnvolle
Bildungsreformen oft unter einer chronischen Unterfinanzierung gelitten.
Die Linksfraktion wird sich dafür einsetzen, dass es keine
unterfinanzierte Schulreform mehr gibt.
Die Fraktion DIE LINKE legt bei der öffentlichen Debatte um die
Weiterentwicklung der Berliner Schule auch weiterhin großen Wert auf den
Dialog mit Eltern, Lehrern, Schülern, Gewerkschaften und Wissenschaftlern.